Mittlerweile ist das digitale Retuschieren von Fotos, das Entfernen der kleinen Unperfektheiten, die uns menschlich machen, zum Usus geworden. Jede Haut ist glatt, kein Fältchen ziert das Gesicht, und trotz Kurven bleiben alle Röllchen wohlproportioniert und an der richtigen Stelle. Doch kann ich auf der einen Seite in meinem Blog dafür eintreten, dass sich Frauen in ihrer Haut wohlfühlen und sich so akzeptieren sollen, wie sie sind, wenn ich auf der anderen Seite meinen eigenen Körper einer digitalen Schönheitskur unterziehe?

Sicher gibt es viele Gründe, genauso zu handeln, und ich möchte niemandem mit meiner Handlungsweise auf die Füße treten. Vielleicht fühlt man sich wohler in seiner Haut, wenn die eigenen Fotos etwas geglättet wurden, die der Öffentlichkeit präsentiert werden sollen. Als unbearbeitet würden sie unter der Masse der bearbeiteten Bilder evtl. sogar zusätzliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen, was nicht unbedingt gewollt sein mag. Oder aber man geht mit einem besonderen künstlerisch-ästhetischem Anspruch an die Bilder heran, die ein Einpassen von jedem Detail ins Gesamtwerk erfordern. Mein Blog hat zum Glück keinen künstlerischen Anspruch. ^^

Logo MaryWo immer es mir also möglich ist, verzichte ich auf die Retuschierung meiner Bilder – die Realität liefert mMn noch immer die schönsten Schnappschüsse.  Doch freilich ist das nicht immer möglich – wenn ich nicht persönlich für die Bilder verantwortlich bin, habe ich wenig Einfluss darauf, was alles mit ihnen geschieht, bevor sie veröffentlicht werden. Deshalb drücke ich meinen eigenen Bildern einfach meinen Stempel auf, damit man sich zumindest bei diesen sicher sein kann, dass ich mich darauf nicht noch nach dem Knipsen durch Zauberhand verändert habe. Und das Stempeln meine ich durchaus wörtlich. 😀

Schminke = Retusche?

Jetzt mag man sich fragen: Wat macht die Tante überhaupt so einen Aufriss um Photoshop & Konsorten, wenn sie sich zentnerweise Schminke ins Gesicht klatscht? Die Antwort ist einfach: Schminke ist für mich keine Camouflage, sondern ein Mittel sich auszudrücken, sein Inneres nach außen zu kehren und sein Styling abzurunden. Es geht mir beim Schminken nicht darum, mich zu verstecken, sondern ganz im Gegenteil darum, mich so zu zeigen, wie ich mich sehe und fühle. Vielleicht klingt das für irgendwen fadenscheinig – aber was soll ich sagen? So empfinde ich nun mal: Zu einem guten Outfit gehört für mich oft passendes Makeup. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.